Wo liegt die Taiwanstraße?

Die Taiwanstraße ist ein 110 Meilen breiter Kanal, der das chinesische Festland (Volksrepublik China, VR China) von der Insel Taiwan (Republik China, Republik China, Republik China) trennt. Die Meerenge ist auch als Formosa-Straße oder Tai-hai (das Tai-Meer) bekannt. Die Taiwanstraße bildet einen Teil des Südchinesischen Meeres und ihr nördlicher Teil ist mit dem Ostchinesischen Meer verbunden. Die Straße grenzt an den südöstlichen Teil Chinas und verläuft entlang des östlichen Teils der chinesischen Provinz Fujian. Die Meerenge ist eine vielbefahrene Schifffahrtsstraße, auf der jedes Jahr Millionen Tonnen Fracht befördert werden. Die Fischerei ist eine weitere wichtige wirtschaftliche Tätigkeit, die entlang der Meerenge ausgeübt wird.

Beschreibung

Die Taiwanstraße hat eine durchschnittliche Breite von 110 Meilen, während der schmale Teil 81 Meilen breit ist. Die Taiwanstraße liegt auf einem Festlandsockel, der sich über die gesamte Meerenge erstreckt. Die Meerenge ist relativ flach, mit einer durchschnittlichen Tiefe von ungefähr 500 Fuß und ist an ihrem flachen Punkt nur 82 Fuß tief. Viele der Flüsse aus der chinesischen Provinz Fujian münden in die Taiwanstraße, einschließlich der Flüsse Jiulong und Min. Es gibt zahlreiche Inseln im Kanal, darunter Penghu, Pingtan, Kinmen, Matsu und Xiamen. Drei dieser Inseln (Matsu, Penghu und Kinmen) werden von Taiwan verwaltet, während die Regierung des chinesischen Festlandes die restlichen zwei (Xiamen und Pingtan) verwaltet.

Geschichte

Die Taiwanstraße repräsentiert Unterschiede zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland. Während des chinesischen Bürgerkriegs in den 1940er Jahren kam es auf der Taiwanstraße zwischen der Republik China und der VR China zu Seekonfrontationen. Der Bürgerkrieg gipfelte in der Gründung der beiden Regierungen, nachdem sich die Truppen der Republik China nach Taiwan zurückgezogen und ihre Regierung wieder eingesetzt hatten. Der bewaffnete Konflikt auf der Straße zwischen den beiden Regierungen brach im nächsten Jahrzehnt in der sogenannten „Ersten Taiwan-Krise“ von 1954-1955 aus. Bald darauf waren die beiden Regierungen in eine weitere bewaffnete Auseinandersetzung auf der Taiwanstraße verwickelt, die als „Taiwanstraße-Krise von 1958“ bekannt ist. Die Feindseligkeit zwischen den beiden Ländern hat sich seitdem beruhigt, der Seeverkehr über die Taiwanstraße ist jedoch eingeschränkt. Entlang der Taiwanstraße wurde eine Seegrenze eingerichtet, die als der über die Taiwanstraße verlaufende Meridian bekannt ist und in erster Linie dazu dient, die beiden Regierungen zu trennen.

Unterwassertunnel

Die Volksrepublik China hat einen ehrgeizigen Plan zum Bau eines Unterwassertunnels über die Taiwanstraße, um das chinesische Festland mit Taiwan zu verbinden. Bei Fertigstellung würde der Unterwassertunnel mit einer Länge von 150 km zu den längsten der Welt gehören. Das Projekt, das bereits vom chinesischen Staatsrat genehmigt wurde, ist Teil des größeren G3 Beijing-Taipei Expressway, der die Hauptstädte beider Länder verbinden soll. Solche Projekte gibt es derzeit jedoch

aufgrund der diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Ländern schwierig umzusetzen. Taiwan steht dem Bau des Tunnels weiterhin skeptisch gegenüber und äußert sich besorgt darüber, dass China den Tunnel für eine militärische Invasion auf der Insel nutzen könnte. Daher liegen die Genehmigungen der Regierung der Republik China für den Beginn des Projekts nicht vor, was das ehrgeizige Projekt nahezu bedeutungslos macht.