Die Wirtschaft Boliviens

Bolivien ist ein Land mit niedrigem mittlerem Einkommen und laut Weltbank die 95. größte Volkswirtschaft der Welt. Bei der Kaufkraftparität (KKP) belegt das Land den 87. Platz weltweit. Bolivien belegt mit einem Index für die menschliche Entwicklung von 0, 679 ebenfalls Platz 119. Die Wirtschaft des Landes basierte auf einer einzigen Ware und erlebte Perioden wirtschaftlicher Diversifizierung. Die politische Instabilität in dem Land zwischen 2006 und 2009 und die herausfordernde Topographie haben das Wachstum der Landwirtschaft behindert, eine ihrer wichtigsten wirtschaftlichen Aktivitäten. Der Handel zwischen Bolivien und seinen Nachbarn wächst zum Teil, weil es mehrere Präferenzhandelsabkommen ausgehandelt hat. Bolivien gehört mehreren Handelsorganisationen an, darunter dem Gemeinsamen Markt der Süd- und Andengemeinschaft.

Überblick über die Wirtschaft von Bolivien

Das geschätzte Bruttoinlandsprodukt (BIP) Boliviens belief sich zum offiziellen Wechselkurs auf 35, 69 Mrd. USD und nach ÖPP auf 78, 35 Mrd. USD. Der Lebensstandard betrug 7.191 USD gemessen am BIP in KKP. Das Wirtschaftswachstum des Landes wurde auf 5, 2% geschätzt, während die Inflationsrate bei 4, 5% lag. Das BIP Boliviens wuchs 2016 um 4, 85%. Die Bevölkerung Boliviens, die unter der Armutsgrenze lebte, betrug laut Statistik von 2014 17, 4%. Die Arbeitslosenquote im Land sank im gleichen Zeitraum auf 7, 3%. Die Staatsverschuldung verringerte sich 2014 ebenfalls auf 35, 3%, was auf ein Nachhaltigkeitsniveau im Land hinweist. Trotz der häufigen politischen Unruhen in Bolivien von 2006 bis 2009 hat die Regierung in diesem Zeitraum das Wachstum mehr als in jedem anderen Zeitraum vorangetrieben. Wirtschaftswachstum und Wohlstand gingen mit einer moderaten Ungleichheit einher. Bolivien verzeichnete 2014 ein Haushaltsdefizit von ca. 0, 17 Mio. USD. Die Investitionen im Jahr 2014 beliefen sich auf 16, 76 Mio. USD, während die Einnahmen bei 16, 69 Mio. USD lagen.

Wichtige Exporte und Exportpartner von Bolivien

Boliviens Export stieg aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise auf dem internationalen Markt um mehr als 30% auf 9, 1 Mrd. USD, obwohl das Exportvolumen gleich blieb. Zu den wichtigsten Exportgütern gehörten Rohöl und raffiniertes Öl, auf die 44, 9% aller Exportgüter, Fertig- und Halbfertigwaren sowie landwirtschaftliche Erzeugnisse entfielen. Bolivien ist nach Venezuela der zweitgrößte Exporteur von Erdgas aus Südamerika. Boliviens wichtigstes Exportziel einschließlich Brasilien, auf das 33% aller Exporte entfallen, Argentinien mit 11%, die USA mit 10%, Japan mit 6% und China mit 3%.

Wichtige Importe und Importpartner von Bolivien

Boliviens Importe stiegen auf 7, 6 Mrd. USD oder 41%. Die Importe des Landes sind hauptsächlich industrielle Lieferungen und Betriebsmittel wie Chemikalien, Ersatzteile und unfertige Erzeugnisse. Die Inputs machen 31% aller Importe aus. Zu den sonstigen Einfuhren zählen Investitionsgüter, auf die 21% aller Einfuhren entfallen, Treibstoff für 13% und Konsumgüter für 10%. Bolivien importiert auch Stahl-, Maschinen- und Kunststoffprodukte. Zu den wichtigsten Importpartnern zählen Brasilien, Argentinien, China und Chile.

Herausforderungen für die Wirtschaft Boliviens

Die bolivianische Regierung ist auf ausländische Hilfe angewiesen, um die meisten ihrer Wirtschaftsprojekte zu finanzieren. Die negative Zahlungsbilanz hat das Wirtschaftswachstum des Landes trotz des enormen Anstiegs der Exporteinnahmen gebremst. Ein geringes Bevölkerungswachstum und hohe Todesfälle haben sich auf das Arbeitskräfteangebot ausgewirkt und das Wachstum der Industrie im Land verringert. Inflation und Korruption haben auch die Entwicklung Boliviens gebremst.

Zukunftsaussichten

Die bolivianische Regierung ist aus einem der ärmsten Länder Lateinamerikas in eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften gewechselt. Um auf dem Weg zu weiteren Fortschritten und Entwicklungen zu bleiben, strebt das Land die Privatisierung einiger seiner Industrien einschließlich der Teile des Bergbausektors an. Die Regierung ist auch bestrebt, die Arbeitslosenquote weiter zu senken und in die Verbesserung der Arbeitsfähigkeiten für die Produktivität zu investieren.